{"id":768,"date":"2019-03-23T10:03:00","date_gmt":"2019-03-23T09:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/jusos-rtk.de\/?p=768"},"modified":"2020-02-28T10:15:10","modified_gmt":"2020-02-28T09:15:10","slug":"oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-reformieren-rundfunkbeitrag-senken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jusos-rtk.de\/?p=768","title":{"rendered":"\u00d6ffentlich-Rechtlichen Rundfunk reformieren &#8211; Rundfunkbeitrag senken"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerade in Zeiten von \u201efake news\u201c und erstarkendem Populismus\nsind unabh\u00e4ngige und qualitativ hochwertige Nachrichten, wie sie der\n\u00f6ffentliche Rundfunk bereitstellt, unverzichtbar. Die s\u00fcdhessischen Jusos\nbekennen sich daher zum politischen Bildungsauftrag des \u00d6RR. Er ist \u201eunverzichtbarer\nDienstleister an der Demokratie\u201c<a href=\"https:\/\/spdhs.openslides.com\/#_ftn1\">[1]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings haben sich ARD und ZDF auf immer neue\nGesch\u00e4ftsfelder \u2013insbesondere in der Unterhaltungsindustrie- ausgedehnt und\ndabei teilweise ihre Hauptaufgaben vernachl\u00e4ssigt und nicht zuletzt auch immer mehr\nGeld gekostet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Jusos wollen die \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien\ngrundlegend reformieren und fit f\u00fcr die Zukunft machen. Dabei sind f\u00fcr uns\nfolgende Eckpunkte zentral:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der \u00f6ffentliche Rundfunk soll sich komplett frei von Werbung, Sponsoring und anderen kommerziellen Einfl\u00fcssen machen.<\/li><li>Die Zusammensetzung von Rundfunkr\u00e4ten soll reflektiert und insbesondere der Anteil von Politiker*innen und Staatsvertreter*innen reduziert werden.      Stattdessen sollen angelehnt an Fahrgastbeir\u00e4te Interessensvertretungen aus Konsumentensicht eingef\u00fchrt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/spdhs.openslides.com\/motions#_ftnref1\">[1]<\/a> Peter Vo\u00df, Warum es ohne die ARD nicht geht, in: Media-Perspektiven, (1999) 6, S. 278ff<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Begr\u00fcndung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der deutsche \u00f6ffentliche Rundfunk ist der teuerste auf der\nWelt. Speziell junge Menschen oder solche mit niedrigem Einkommen werden durch\nden Rundfunkbeitrag in H\u00f6he von aktuell 17,50\u20ac pro Haushalt \u00fcberproportional\nbelastet. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeit haben nur wenige Zuschauer*innen den Eindruck,\ndass der \u00f6ffentliche Rundfunk seinem verfassungsm\u00e4\u00dfigen Auftrag gerecht wird.\nEine Forsa-Umfrage unter 14 \u2013 49-J\u00e4hrigen ergab 2008, dass 63% der Befragten\nnicht finden, dass die \u00d6ffentlich-Rechtlichen ihrem Bildungsauftrag nachkommen.<a href=\"https:\/\/spdhs.openslides.com\/#_ftn1\">[1]<\/a> Wurden fr\u00fcher noch alle\nPlenardebatten im deutschen Bundestag live im ZDF \u00fcbertragen, so hat das ZDF\nz.B. 2009 anstatt der Konstituierung des Parlaments lieber die Wiederholung der\n158. Folge der Serie \u201eAlisa, folge deinem Herzen\u201c und die 36. Folge der Serie\n\u201eBianca \u2013 Wege zum Gl\u00fcck\u201c gezeigt. Im Jahr 2013 wurde nicht einmal die\nGedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im\nHauptprogramm von ARD oder ZDF gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider haben in der Programmplanung Unterhaltungsformate,\ndie eine bessere Quote bringen, oft Vorrang gegen\u00fcber hochwertigen\nInformationsangeboten aller Art. Eine zentrale und berechtigte Frage ist, ob es\nAufgabe der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ist, Quizshows mit J\u00f6rg Pilawa,\nK\u00fcchenschlachten, das Traumschiff mit Kapit\u00e4n Florian Silbereisen und\nZooreportagen zu produzieren. Oder ob es verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist,\n\u00dcbertragungsrechte f\u00fcr Fu\u00dfballweltmeisterschaften in dreistelliger\nMillionenh\u00f6he zu erwerben und den Rundfunkbeitrag auch so immer weiter in die\nH\u00f6he zu treiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00d6RR verh\u00e4lt sich in seiner Fixiertheit auf hohe\nZuschauerzahlen nicht anders als private Sender. Und das obwohl der\nRundfunkbeitrag ihn eigentlich von diesem Zwang befreien sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Argument, nur die \u00d6ffentlich-Rechtlichen k\u00f6nnten\nhochwertiges Programm produzieren, l\u00e4sst sich leicht entkr\u00e4ften. So beweisen\netwa der Zeitungsmarkt oder der amerikanische Sender CNN, dass das Bed\u00fcrfnis\nnach anspruchsvollen und verl\u00e4sslichen Informationen und Unterhaltungsangeboten&nbsp;auch\njenseits der \u00d6RR befriedigt werden kann. Zudem ist anzunehmen, dass popul\u00e4re\nFormate wie der Tatort auch von privaten Fernsehanbietern fortgef\u00fchrt werden\nw\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der Medienpolitik sollte es sein, der\n\u00f6ffentlich-rechtlichen Garantie auf vertrauensw\u00fcrde Informationen wieder\nh\u00f6chste Bedeutung beizumessen. Entertainment jedoch ist keine Aufgabe des\n\u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wer weiterhin gerne Spielfilme, Sport oder\nSerien sehen m\u00f6chte, der soll k\u00fcnftig selbst entscheiden k\u00f6nnen, ob er sich\nprivater Sender mit Werbung, Pay-TV-Angeboten oder online Streamingdiensten\nbedient.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch ist genauso unbestritten, dass der \u00d6RR als\nBindeglied zwischen B\u00fcrger*innen und Politik gute Arbeit leistet und gro\u00dfes\nPotential hat. Doch um seine besondere Stellung und Bevorzugung gegen\u00fcber\nanderen Medien und Fernsehsender zu legitimieren muss er anders als die\nprivaten Sender sein. Sein oberstes Gebot darf nicht sein, einfach nur\nm\u00f6glichst viele Menschen zu erreichen. Sein oberstes Ziel muss es werden, ein\nsehr gutes Programm zu bieten, das m\u00f6glichst viele Menschen erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/spdhs.openslides.com\/motions#_ftnref1\">[1]<\/a>\nhttp:\/\/www.bpb.de\/apuz\/32156\/selbstbewusst-anders-sein-essay?p=all<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade in Zeiten von \u201efake news\u201c und erstarkendem Populismus sind unabh\u00e4ngige und qualitativ hochwertige Nachrichten, wie sie der \u00f6ffentliche Rundfunk bereitstellt, unverzichtbar. Die s\u00fcdhessischen Jusos bekennen sich daher zum politischen Bildungsauftrag des \u00d6RR. Er ist \u201eunverzichtbarer Dienstleister an der Demokratie\u201c[1]. 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